| Soonwaldkonferenz am 10. Juli 2010 |
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Soonwaldkonferenz, die Zweite - Schutz fĂŒr unseren Schatz: Naturerbe Soonwald * am 10. Juli 2010 * im Walderlebniszentrum Neupfalz, 55442 Stromberg * von 11:00 bis 18:00 Uhr Mehr Informationen unter www.soonwald.de Rahmenprogramm: Tipi-Ausstellung zum Biotopverbund Wildkatze Regionale KĂŒche Das Programm: BEGRĂSSUNG Hansjochen Staege, Initiative Soonwald e.V. Bernd Closen, Forstamt Soonwald MODERATION: Mario Schmiedicke, SWR (angefragt) Monika Kirschner, Initiative Soonwald e.V. Vormittag Karl-Friedrich Sinner Leiter Nationalpark Bayrischer Wald und Vorstandsmitglied von EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der nationalen Naturlandschaften âBiologische Vielfalt in nationalen WĂ€ldern " Dr. Volker Grundmann Hessenforst, Abteilung Waldinventur âWildnis - eine Forderung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt - auch im Wald." PAUSE Dr. Patricia Balcar Forschungsanstalt fĂŒr Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, Abteilung Naturwaldreservate âBiodiversitĂ€t in BuchenwĂ€ldern" Dr. Volker Scherfose Bundesamt fĂŒr Naturschutz, Leiter des Referates Gebietsschutz/GroĂschutzgebiete âErfolgreiche Schutzstrategien fĂŒr BuchenwĂ€lder" DISKUSSION und MITTAGSPAUSE Nachmittag Das Beispiel SOONWALD Eine Lobby fĂŒr den Soonwald Der Soonwald hat keine starke Lobby. Das hat historische GrĂŒnde. Der Soonwald ist nur dĂŒnn besiedelt, mit wenig Menschen und wenig Strassen. Er war jahrhundertelang eine nur mĂŒhsam zu ĂŒberwindende Grenze zwischen HunsrĂŒck und dem Nahetal. Das hat immer wieder von allen Seiten zu RaubzĂŒgen, Ăbergriffen und Begehrlichkeiten an den Wald gefĂŒhrt. Auch heute noch. Die Initiative ist 1993 angetreten, dem Soonwald eine Stimme zu geben; seine Interessen wirksam zu vertreten. Dr. Erwin Manz Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Rheinland-Pfalz e. V. âDer Wert des Soonwaldes" Hansjochen Staege ehem. Forstamtsleiter Forstamt Entenpfuhl (heute Forstamt Soonwald) Vorsitzender âInitiative Soonwald e.V." âEin Wald in Gefahr: der Soonwald" PAUSE IMPULSSTATEMENTS UND PODIUMSDISKUSSION ZU DEN KONFLIKTFELDERN: * Ăbernutzung * Wasserentnahme * Gesteinsabbau * Windkraftanlagen * Wildverbiss * Verkehrssicherungspflicht bei BĂ€umen MIT Dr. Harald Egidi, Forstliche Nachhaltigkeit, MUFV Dr. Stefan Hill, Landesamtes fĂŒr Umwelt, Wasser und Gewerbeaufsicht Wasserwirtschaft (angefragt) Gundolf Schrenk, Naturschutz und Landwirtschaft, MUFV Thomas Boschen, Ăkologischer Jagdverband Prof. Dr. Elke Hietel, Fachhochschule Bingen Dr. Erwin Manz, BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. Hansjochen Staege, Vorsitzender âInitiative Soonwald e.V." ABSCHLUSS UND PRESSEERKLĂRUNG Veranstalter: Initiative Soonwald e.V. Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. Veranstaltungsort: Walderlebniszentrum Neupfalz, 55442 Stromberg Tel.: 06724 / 6026-10 Fax: 06724 / 6026-11 Vielfalt ist Leben Die Vereinigten Nationen (UN) haben 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklĂ€rt, um das Thema âBiodiversitĂ€t" mit seinen vielen Facetten weltweit stĂ€rker ins öffentliche Bewusstsein zu rĂŒcken. Der Kampf gegen das Artensterben ist neben dem Klimawandel eine der gröĂten Herausforderungen im Umweltschutz. Es sind vor allem die gestörten natĂŒrlichen StoffkreislĂ€ufe und der Lebensraumverlust, die die Vielfalt des Lebens von Pflanzen und Tieren auf der Erde bedrohen. Mehr als ein Drittel der durch die Weltnaturschutzunion (IUCN) untersuchten 47.677 Arten sind vom Aussterben bedroht. TĂ€glich verschwinden bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten von unserer Erde. FĂŒr uns der Anlass, die unterschĂ€tzte biologische Vielfalt in den heimischen BuchenwĂ€ldern, besonders auch im Soonwald, zum zentralen Thema der diesjĂ€hrigen Soonwaldkonferenz zu machen. BuchenwĂ€lder: rare Inseln der BiodiversitĂ€t Unsere heimischen naturnahen LaubwĂ€lder mit ihrem hohen Anteil an BuchenbestĂ€nden sind als Heimat unzĂ€hliger vom Aussterben bedrohter Arten ein weithin unterschĂ€tztes Kleinod der BiodiversitĂ€t. Hier findet man auf kleinstem Raum tausende Tier- und Pflanzenarten, wovon hunderte auf der Roten Liste als bedroht gekennzeichnet sind. Zu diesen wertvollen LebensrĂ€umen haben wir keine Alternative zu bieten: wir können sie nutzen und bewahren oder zerstören. Vögel, Bilche, FledermĂ€use und zahllose Insekten nutzen Buchen als Lebensraum. Besonders wertvoll sind alte Buchen mit groĂer Krone und starkem Wuchs. Sie werden bevorzugt besiedelt und als Horst- und Höhlenbaum genutzt. Eine unvergleichliche Artenvielfalt nutzt auch die Laubstreu, den Buchenwaldboden bis hin zum Buchentotholz als Lebensraum. Zum Beispiel siedeln - wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Ministeriums fĂŒr Umwelt und Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz hervorgeht - etwa 1350 der rund 6000 in Deutschland vorkommenden KĂ€ferarten auf Totholz, von denen wiederum 60 Prozent auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen. Von den totholzbesiedelnden Pilzen gelten 25 Prozent als gefĂ€hrdet. Waldschutz ist Klimaschutz Unsere heimischen zusammenhĂ€ngenden Waldgebiete stellen gigantische Kohlenstoffspeicher dar und binden das klimaschĂ€dliche Kohlendioxid aus der AtmosphĂ€re. Besonders Ă€ltere WĂ€lder haben diesen groĂen Schutzeffekt. Gleichzeitig stellt inzwischen der Klimawandel fĂŒr den Wald die gröĂte Bedrohung dar. BĂ€ume sind aufgrund ihrer Langlebigkeit und Standortgebundenheit von klimatischen VerĂ€nderungen besonders betroffen. Chronisch kranke Buchen Stark verschlechtert hat sich besonders der Zustand der deutschen Buchen. Die HĂ€lfte der BĂ€ume hat deutliche SchĂ€den. Nur noch 18 Prozent der Buchen sind gesund. Naturnaher Buchenwald unter Druck Der Naturschutz im Wald und die naturnahe Waldwirtschaft stehen angesichts zunehmender Begehrlichkeiten von verschiedenen Seiten unter erheblichem Druck. Gefahren drohen durch Ăbernutzung alter BuchenbestĂ€nde, mit steigenden HolzeinschlĂ€gen, zunehmender Wasserentnahme und Gesteinsabbau, Windkraftanlagen in sensiblen Waldgebieten, unangepasster Wilddichte, nicht eindeutig geklĂ€rter Verkehrssicherungspflicht und Interessenskonflikten zwischen Naturschutz, Tourismus, Forstwirtschaft und Jagd. Wer rettet die nationalen BuchenwĂ€lder ? Bei kaum einem Thema sind sich die Deutschen so einig, wie wenn es um die Rettung von RegenwĂ€ldern in anderen Kontinenten geht. Zahllose lobenswerte Initiativen dienen dem Schutz und Erhalt ferner UrwĂ€lder. Das geht so weit, dass Unternehmen dieses deutsche Engagement werbewirksam umsetzen können und sich z.B. die Fernsehzuschauer aufgefordert sehen, fĂŒr eine Spende zum Erhalt des Regenwaldes mehr Bier zu trinken... Doch wie glaubwĂŒrdig sind solche AktivitĂ€ten, wenn im eigenen Land die letzten Fragmente naturnaher LaubwĂ€lder nahezu unbeachtet irreparable SchĂ€den erleiden ? Wege aus der Krise FĂŒr uns gilt deshalb: Die letzten naturnahen BuchenwĂ€lder Deutschlands mĂŒssen jetzt fĂŒr die Zukunft gesichert werden! Wie reagieren wir auf diese Herausforderung ? Der Suche nach Antworten - nicht nur fĂŒr das gröĂte rheinland-pfĂ€lzische Forstgebiet Soonwald - haben wir das Programm unserer diesjĂ€hrigen Soonwaldkonferenz gewidmet. âNaturnahe LaubwĂ€lder, insbesondere BuchenwĂ€lder, sind das flĂ€chenmĂ€Ăig bedeutendste Naturerbe, das Deutschland zu bewahren hat." Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND |

